STADT BAD WÖRISHOFEN
Panoramabild von Bad Wörishofen, mit Kloster und Kirche im Blick, Bäume und blauer Himmel

Kurzfristig möglich: Wegfall der Bahn-Pfeifsignale

Stadt und Bahn tauschen sich über die Situation an den Bahnübergängen aus

Zu einem Brainstorming-Workshop kamen Bürgermeister Stefan Welzel, interessierte Mitglieder aus dem Stadtrat, Mitarbeiter von Ordnungsamt und Bau-amt sowie Vertreter der Deutschen Bahn InfraGO zusammen. Kernthema war die Zukunft des unbeschrankten Bahnübergangs am Bahleweg. Darüber hinaus betrachteten die Teilnehmenden auch die Situation und Perspektiven der anderen Übergänge.
Bei der Zusammenkunft machte Stephan A. Schmidt als Leiter Fahrweg Süd von der DB InfraGO deutlich, dass für die Bahn eine Wiedereröffnung des unbeschrankten Bahnübergangs in bisheriger Form wohl nicht mehr infrage kommt.
Auch wenn das Thema „Kuppen-/Wannenausgestaltung“ durch eine Anpassung der Straßengradiente beseitigt würde, bleiben die Sicht auf die Annäherungsstrecken und die Freihaltung der Räumstrecken problematisch. Damit ist laut Bahn inzwischen auch klar, dass der Bahnübergang für landwirtschaftliche Fahrzeuge und Gespanne jedenfalls nicht mehr nutzbar wäre.
Lösung: Umlaufsperre und Umfahrung In den Fokus rückt jetzt wieder die von der DB und der Stadtverwaltung be-reits 2022 ins Spiel gebrachte Umlaufsperre. Dies sind versetzt angebrachte Schutzgitter, die nur Fußgänger und Radfahrer passieren können. Was damals vom Stadtrat nicht gewünscht wurde, kann nun dafür sorgen, dass die Debatte um die Bahn-Pfeifsignale schon sehr bald geklärt sein wird.
„Die Bahn bietet uns an, die Pfeifsignale zeitnah wegzulassen, wenn sich der Stadtrat dazu bereit erklärt, eine kurzfristige Wiedereröffnung des Bahnübergangs nicht mehr zu verfolgen“, erklärt Bürgermeister Stefan Welzel. Unter dieser Voraussetzung könne laut Bahn gleichzeitig die Planung für eine Umlaufsperre sowie für eine Umfahrung des Bereichs angestoßen werden. Die Umfahrung kann durch eine Anbindung des Kreisverkehrs an der Umgehungsstraße St2015 mit dem Bahleweg erfolgen. „Das Gute an dieser Lösungsmöglichkeit ist, dass laut Bahn für Umlaufsperre und Umfahrung der Stadt keine Kosten entstehen“, so Bürgermeister Welzel. Dieser Unterschied in der Kostentragung zur bisher diskutierten Eigenaufwendung für Asphaltie-rungskosten von bis zu 263.000 Euro liege daran, dass sich bei einer Maßnahme zur Erhöhung der Sicherheit Bund, Bahn und Freistaat die Kosten teilen. Es falle also kein Kostenanteil der Stadt an.
Die Umlaufsperre könnte, wen man das Planfeststellungsverfahren der Bahn anstößt, innerhalb von gut zwei Jahren realisiert werden. Bei der Umfahrung komme der Grunderwerb hinzu. Dies sei jedoch allemal günstiger als der Einbau von technischen Sicherungen mit Schranken und Lichtzeichenanla-gen. Ob eine Nachrüstung einer Bahnübergangssicherung mit Lichtzeichen und Schranken planerisch umsetzbar wäre konnte seitens der Bahn nicht bestätigt werden. Zudem seien für diese Variante, die Finanzierunganteile der Anteile des Bundes und des Freistaats Bayern keineswegs gesichert.
Für die Zukunftsplanung der anderen Bahnübergänge, die in rund zehn Jah-ren technisch überholt sind, empfiehlt die Bahn dem Stadtrat eine Entscheidung und Erarbeitung eines Gesamtkonzepts durch einen professionellen Verkehrsplaner. Am Bahnübergang Hochstraße soll inzwischen die Abbiegesituation zum Stadionring vorab entschärft werden, so auch Stimmen aus dem Rat.